Skip to main content Skip to page footer

Hofbrief 04/2025: Das Jahr 2025

Liebe Eltern, liebe Kinder, liebe Interessierte an unserem Bauernhof,

sicherlich geht es Euch ähnlich wie uns: Einige Dinge, die sich gerade auf gesellschaftlicher Ebene abspielen, verstehen wir einfach nicht (mehr)...oder wir können einiges einfach nicht mehr nachvollziehen. Die Tendenzen der Entwicklungen hinsichtlich Demokratie, Klima- und Naturschutz, Wirtschaftsleistung, etc. sind nicht gerade mutmachend. Eine allgemeine Frustration ist spürbar, und auch wir fühlen uns manchmal müde und mutlos.

Trotzdem oder gerade deshalb versuchen wir weiter, innerhalb unseres kleinen Wirkungskreises unsere Überzeugungen zu leben und zu teilen: mit einer anderen, nachhaltigen und solidarischen Form der Landwirtschaft und Bildungsprogrammen, die Mut machen, uns staunen lassen über die Wunder dieser Welt und motivieren, die Welt im positiven Sinne mitzugestalten.

Wir blicken zurück auf ein anstrengendes, aber auch erfülltes Jahr 2024 - mit Verlusten und Sorgen, aber auch einigen Erfolgen und viel Freude. Wir danken Euch, dass Ihr uns dabei begleitet habt, und freuen uns, unsere Arbeit nach einer kurzen Winterpause im kommenden Jahr fortzusetzen.


Bildungsangebote im Rahmen des Weltackers
Ab dem kommenden Jahr werden wir zu den Akteuren gehören, die am Weltacker auf dem Schultenhof, Bildungsangebote ausrichten werden. Der Weltacker ist ein Bildungsprojekt, dass die Themen nachhaltigen Ernährung und Flächengerechtigkeit greifbar erlebbar macht. Mehr Informationen zum Bildungsprojekt findet ihr hier

Aller Voraussicht nach, gehören eit wir uns vor sechs Jahren auf den Weg gemacht haben, unsere BNE-Bildungsarbeit zertifizieren zu lassen, sind wir in einem kontinuierlichen Prozess der Reflexion und Weiterentwicklung: in acht Qualitätsbereichen haben wir einen Entwicklungsplan aufgestellt, den wir jährlich überprüfen und anpassen. Hierzu zählen Fortbildungen, das Überarbeiten und Planen von Veranstaltungen, die Erarbeitung neuer Themen bis hin zur Evaluation unserer Aktivitäten. Alle drei Jahre müssen zertifizierte Einrichtungen erneut den Zertifizierungsprozess durchlaufen, mitsamt Einreichen von Unterlagen und einem Gutachterinnen-Termin. Letzerer fand im Herbst statt, und erfreulicherweise wurden wir ohne Auflagen für den Zeitraum 2024 bis 2027 als Einrichtung für Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) rezertifiziert - ein Ausdruck der Qualität unserer Angebote und auch der Kompetenzen unserer tollen Mitarbeiter*innen!


Wir sind Bioland
Ebenfalls dieses Jahr haben wir uns einen lange gehegten Wunsch erfüllt: wir haben unsere biologische Produktionsweise der Landwirtschaft offiziell gemacht :). Seit Juli diesen Jahres sind wir nun "in Umstellung" auf den Ökolandbau. Viel ändern tut sich hierdurch für uns nicht, da wir uns schon von Beginn an an ökologischen Anbaukriterien orientieren. Wir haben uns aus verschiedenen Gründen für die Zertifizierung nach den "strengeren" Bioland-Kriterien entschieden, und fühlen uns dort sehr gut aufgehoben.


Projekte und Kooperationen
Einige Projekte und Kooperationen, von denen wir bereits in vergangenen Hofbriefen berichtet haben, wurden in 2025 weiter umgesetzt oder beendet.(hierzu die ausführliche Beschreibung im Hofbrief 02/2024):

Seit dem Sommer 2024 entwickeln wir mit verschiedenen Schulklassen und Kindergruppen ein Agroforst- und Permakultursystem als Modell in Form einer Kombination aus Gemüsebau und Baum- bzw. Obststrauchreihen - mit Unterstützung aus Mitteln der VOLKSWOHL BUND Versicherungen. Im Rahmen eines Zeltcamps sind in diesem Jahr die ersten Infrastrukturelemente wie Kräuterspirale oder Wege und Wegeinfassungen entstanden. Weitere (Permakultur)elemente werden folgen.

Im Rahmen des EU-geförderten Projektes „Grenzenlos Regional - Bio in Europa" haben wir mehrere Schulklassen empfangen, ein neues Lehrkonzept zum übergreifenden Motto „Ökolandbau erleben und begreifen” entwickelt und unsere ernährungspolitischen Bildungsangebote erweitert.

Im Rahmen einer Kooperation mit der Sarah Wiener Stiftung können wir seit 2025 als Sarah-Wiener-Partnerbetrieb geförderte Programme für Kitas und Grundschulen bei uns auf dem Hof anbieten und unsere Angebote um praktische Ernähungsbildung erweitern. Die Sarah Wiener Stiftung setzt sich unter anderem dafür ein, dass jedes Kind gut isst und durch kochen lernen, Lebensmittel entdecken und Essen genießen ein gesundes Ernährungsverhalten entwickelt. Einrichtungen, die im Rahmen dieser Kooperation zu uns auf den Hof kommen, lernen in vier Stunden ganz praxisnahe, wo ihr Essen herkommt und bereiten dieses direkt frisch zu: Hmmh, lecker! Ein tolles Projekt, und wir freuen uns sehr, dass wir daran mitwirken können.

Mit unserem langjährigen Partner FABIDO wagen wir uns 2026 an ein neues Projekt: zwei Kita-Einrichtungen aus Dortmund- Scharnhorst werden Gemüseanteile an der Solawi haben und gleichzeitig "ihr" Gemüse wöchentlich selber ernten, aufbereiten und in den Einrichtungsküchen verkochen. Zusätzlich gibt es kindgerechte, praxisnahe Einblicke in den Anbau von Bio-Gemüse einschließlich Aussaat, Unkrautregulierung, Experimenten und Co.


Publikationen und Vorträge
Zunehmend geben wir unsere Erfahrungen in Publikationen und Vorträgen weiter. So hat sich aus der 2023 bei Cornelsen erschienenen Publikation mit dem Titel "Bildung für nachhaltige Entwicklung - Ein Leitfaden für eine wirkungsorientierte Transformation von Schule und Unterricht" - mit zwei Kapiteln zum außerschulischen Lernen von uns - unter anderem ergeben, dass wir einen der Hauptvorträge im Rahmen der diesjährigen Tagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Lernort Bauernhof (BAGLOB) zum Thema „Lernen neu Denken“: Praxisorientierte BNE auf dem Bauernhof halten durften.


Team
Das feste Pädagogikteam bilden in 2025 wie auch in 2024 Lena und Karina. Mit Nadia verlässt uns leider zum Jahreswechsel aus familiären Gründen die hochgeschätzte Mitarbeiterin, die am längsten bei uns war. Nadia hat maßgeblich am ganzen konzeptionellen wie auch infrastrukturellen Aufbau und der Entwicklung des ganzen Lernbauernhofes Teil gehabt, ihn in seiner jetzigen Form geprägt, und wir werden sie sehr vermissen!


Tiere
Manch einem wird es aufgefallen sein: der kleine Apfelhof am Hofeingangstor ist seit dem Spätsommer leer. Poldi ist leider an einem Nachmittag in unserer Abwesenheit von uns gegangen. Wir vermissen sein freundliches Grunzen und das regelmäßige Highlight der Tierfütterung vieler Kinder.

Poldi war der bis dahin längste und zudem älteste tierische Bewohner unseres Bauernhofs. In der Regel erleben Schweine, die zur Fleischgewinnung auf einem Betrieb leben, nicht einmal ihr erstes Lebensjahr. Poldi hat seit 2012 bei uns gelebt und hatte dem Alter entsprechende "Wehwehchen": unter anderem Athrose und recht lange Klauen, da eine Klauenpflege nur unter Narkose - aus der er ggf. nicht mehr aufgewacht wäre - möglich gewesen wäre. Alles wurde permanent in enger Absprache mit unserer tollen Tierärztin enschieden.

Insgesamt zeigt sich zunehmend im Bestand der hohe Altersdurchschnitt unserer Tiere, mit chronischen Krankheiten, die tägliche Betreuung und Medikation benötigen: Asthma (Bounty, Pony), Tumor hinter dem Auge (Odette, Rind), Cushing und ausgeprägte Silvesterpanik (Bella, Pony), Herzinsuffizienz (Frodo, Ziege)... Teilweise fühlen wir uns wie auf der Krankenstation, von hohen Tierarzt- und Medikamentenkosten zu schweigen.

Unsere Tiere leben eben in enger Verbundenheit mit uns und spielen eine wichtige Rolle in der Pädagogik - und hierzu gehören auch die Betreuung im Alter sowie das Abschied Nehmen.


Solidarische Landwirtschaft
War 2024 ungewöhnlich nass, so war 2025 eher sehr trocken. Für uns hat es gerade noch zur rechten Zeit doch immer noch Niederschlag gegeben. So war z.B. nicht nur bei uns ein ausgezeichnetes Kartoffeljahr. Generell führte unter anderem die Witterung zu einem Kartoffelüberangbot und so niedrigen Preisen, dass viele landwirtschaftlichen Betriebe die Kartoffeln für wenige Cent pro Tonne in die Biogasanlagen fuhren, da über den Handel - der Ware aus Übersee bevorzugte - z.T. gar nichts mehr zu verdienen war.

 

Wir waren mit der kompletten Ernte recht zufrieden und gehen guter Dinge in das nächste Jahr. Herausfordernd ist wie auch im Vorjahr die angespannte Lage hinsichtlich der Ernteanteile. Uns fehlen trotz eines erneut ausgezeichnetem Gemüsejahrs noch fast 20 von 100 Anteilen, um das Wirtschaftjahr komplett wie geplant beschließen zu können. Wenn Ihr Interesse habt, dann meldet Euch hierfür gerne bei Miriam.

Solawi ist eben auch für die teilnehmenden Haushalte mehr als eine Gemüsekiste: mehr Unsicherheit, mehr Aufwand... Dies in Verbindung mit der allgemeinen Wirtschaftslage führt aktuell dazu, dass viele Solawis Schwierigkeiten haben.

Wir sehen diese Situation jedoch auch als Ansporn: Wo müssen wir uns verbessern? Wie können wir unsere Mitglieder unterstützen? Wo müssen wir evtl. anders kommunizieren? Mit wem können wir ggf. kooperieren? Neue Impulse liefert uns auch David, der aktuell in Heidelberg seinen Meister im Gemüsebau macht und seine neuen Erkenntnisse voller Motivation im kommenden Jahr bei uns einbringen möchte.

FamilienUmweltFest 
Nach 6 Jahren haben wir in 2025 endlich wieder ein großes Hoffest gefeiert: Gemeinsam mit der NUA NRW und dem Umweltamt Dortmund haben wir ein buntes Programm rund um einen Bodenaktionstag für Familien mit vielen Ständen und kulinarischen Leckereien anbieten und gemeinsam feiern.
Einige Eindrücke findet ihr hier.


Jahresplanung 2026 und Anmeldung zu Jahreskursen

Die Jahresplanung ist für 2026 weitgehend abgeschlossen und ihr könnt Euch nun für Zeltcamps, Familienprogramme, Jahreskurse und Ferienfreizeiten anmelden.

Die Anmeldung für alle Programme läuft über unser Online-Buchungssystem.

Solltet Ihr Fragen haben, meldet Euch wie gehabt einfach bei uns – wir stehen Euch gerne zur Verfügung!

Wir wünschen Euch weiterhin noch ein paar ruhige Tage zum Ausruhen und Kraft tanken und einen guten Übergang in ein frohes, erlebnisreiches und gesundes Jahr!

Herzliche Grüße,

Elmar und Miriam
und das gesamte Hof-Team