Hofbrief 2020_01
Liebe Freunde vom Hof Schulte-Tigges,
den ersten Hofbrief des Jahres 2020 gibt es im Oktober. Das hatten wir uns etwas anders vorgestellt, aber dafür gibt es jetzt eine Menge zu berichten.
Das Jahr hat uns bisher – wie wahrscheinlich die meisten von Euch – gut auf Trab gehalten. Nach der Schließung Mitte März – kaum dass wir mit unseren Bildungsangeboten und vielen Plänen wieder gestartet waren – haben wir sehr viel Zeit damit verbracht, Hygienekonzepte aufzustellen, umzusetzen, zu aktualisieren und gleichzeitig zu planen, wie wir unsere Angebote unter den unsicheren Rahmenbedingungen fortsetzen können. Die Ruhe auf dem Hof war gleichzeitig wohltuend – einige Tage kaum Lärm von der Bundesstraße! – als auch etwas traurig. Gleichzeitig konnten wir einige Bauprojekte vorantreiben – ein neues, hübsches Tomatenhaus und ein Anlehn-Gewächshaus im Garten sind Ergebnisse des Lockdowns. Außerdem haben wir selber Jungpflanzen für einen neuen Färbegarten gezogen und im späten Frühjahr auspflanzen können.
Das Thema Färbepflanzen ist dann auch verstärkt in unseren Programmen untergekommen – in den Sommerferien gab es eine komplette Ferienwoche dazu, und auch in den inzwischen wieder angelaufenen Jahreskursen werden Naturfarben hergestellt und kreativ angewendet. Für das nächste Jahr sollen Färbegarten und Färbewerkstatt weiter ausgebaut werden.
Bauernhofpädagogik
In den Jahreskursen begleiten uns jetzt einige Eltern freiwillig als „verlängerter Arm“ zu den Kindern, damit wir Abstand zu den täglich wechselnden Kindergruppen halten können. Wir beachten mit Bangen die wieder ansteigenden Infektionszahlen und überlegen schon wieder, wie wir unter verschärften Maßnahmen unsere Programme anpassen können. In den Monaten der Schließung haben wir versucht, über eine regelmäßige Bauernhofpost und kleine Erklärvideos mit „unseren“ Jahreskurskindern in Kontakt zu bleiben. Wir sind überaus froh und dankbar über das tolle Feedback, das wir von den Jahreskurseltern dazu bekommen haben und insbesondere über die Tatsache, dass fast alle Jahreskurseltern trotzdem freiwillig den vollen Jahresbeitrag zahlen. Dies gleicht zumindest teilweise die entstandenen Verluste bspw. aus den wegfallenden Kindergartenbesuchen im ersten Halbjahr aus. Und noch eine frohe Nachricht: im kommenden Monat werden uns erstmals
Schulklassen an mehreren aufeinanderfolgenden Terminen im Wochenrhythmus besuchen. Acht Wochen hintereinander kommen jeweils Gruppen der Nordmarkt-Grundschule und erleben den Hof im Herbst.
In diesem Jahr werden wir keine Schnupperkurse mehr anbieten - organisatorisch schaffen wir das leider nicht. Stattdessen starten wir im kommenden Februar geordnet in ein hoffentlich ruhigeres Jahr starten. Wenn Ihr über die Termine der Schnupperkurse und Jahreskurse informiert werden möchtet, tragt Euch bitte hier in das Kontaktformular ein.
Solidarische Landwirtschaft
Auch das Solawi-Jahr hat unglücklich begonnen mit dem krankheitsbedingten Ausfall unseres Gemüsegärtners Hennes. Zum Glück im Unglück konnten wir mit David rasch eine Verstärkung für das Acker-Team finden. Durch Corona erhöhte sich zwischendurch der Arbeitsaufwand immens – eine Zeit lang wurde das lose Gemüse vorgewogen und gepackt, um Berührungen bei der Abholung zu reduzieren. Am meisten schmerzte in diesem Jahr jedoch das Ausbleiben vieler liebgewonnener Veranstaltungen und persönlicher Treffen: so musste die Auftaktveranstaltung im März abgesagt werden, das Sommerfest und auch das Erntedankfest in diesem Monat fielen aus. Auf der anderen Seite gab es zwischendurch unglaublich viel Mithilfe auf dem Acker – offenbar eine willkommene Abwechslung für viele Solawi-Mitglieder in diesem Corona-Sommer.
Gefreut hat uns auch die Bestätigung von Seiten des NABU Dortmund im Rahmen einer Ackerbegehung, dass unser Acker jetzt schon eine überaus große Diversität an Lebensräumen und daher auch an Insekten bietet – Biodiversität und bodenschonendes Arbeiten sind zwei der Eckpfeiler unserer Bewirtschaftung nach ökologischen Kriterien (nicht zertifiziert).
Die Nachfrage nach einer Teilnahme in der Solawi ist seit einigen Jahren spürbar angezogen, und in diesem Jahr ist sie nochmals angestiegen. Nach einigen durchaus intensiven Diskussionen und Überlegungen im Team und auch in der Solawi-Gemeinschaft haben wir uns entschieden, uns moderat zu vergrößern. Im nächsten Jahr werden wir daher maximal 140 Anteile vergeben können statt bisher 110 Anteile.
Normalerweise starten wir das kommende Wirtschaftsjahr jeweils mit einer großen Bieterunde, in der alle zukünftigen Solawi-Mitglieder ihr Gebot für einen Gemüseanteil abgeben. Da dies in dieser Form leider nicht möglich ist zur Zeit, wir aber auch keine digitale Bieterunde abhalten möchten, haben wir uns ein neues Format überlegt: am 30. und 31.10. sind alle zukünftigen Solawi-Mitglieder aufgefordert, persönlich am Hof vorbeizukommen und ihr Gebot abzugeben und sich an einem künstlerischen Gemeinschaftswerk zu beteiligen. Damit wollen wir versuchen, in entzerrter, dezentraler Form trotzdem den Gemeinschaftsaspekt der Bieterunde fortleben zu lassen.
Wenn Ihr im kommenden Jahr Teil der Solawi Kümper Heide sein möchtet, ist dieser Termin elementar.
Bevor es jedoch soweit ist, möchtet Ihr vielleicht noch ein wenig mehr erfahren und konkret einige der Menschen persönlich kennenlernen, die für die Gemüseproduktion verantwortlich sind? Oder wissen, wie das genau ablaufen wird und wie das mit den Kosten und den Gemüsemengen ist? Hierfür erfassen wir seit einiger Zeit die Anfragen von Interessierten und laden zu Kennenlern- und Infoterminen ein.
Im Vorfeld gibt es deswegen noch diese zwei Infotermine auf dem Hof und Acker:
Samstag, 17.10.2020, 11:00-13:00
Sonntag, 25.10.2020, 11:00-13:00 und bei Bedarf an weiteren Terminen.
Bei Interesse meldet Euch bitte vorher über diese Email-Adresse – das ist wichtig für unsere Planung! Danach bekommt Ihr weitere Informationen zum Ablauf, zur Anfahrt, zum Hygienekonzept, etc.
Leitbild
Außerdem haben wir im Team ein Leitbild für unseren Hof entwickelt. Dieses soll in nächsten Schritten weiter kommuniziert und ggf. überarbeitet werden. Schaut doch mal hier, was uns antreibt und Orientierung gibt in unserer täglichen Arbeit.
Wir wünschen Euch einen schönen Herbst, bleibt gesund!
Herbstliche Grüße,
Elmar und Miriam