Hofbrief 2018_03
Herzlich Willkommen zum dritten und letzten Rundbrief des Lernbauernhof Schulte-Tigges
Wir bitten Doppelsendungen zu entschuldigen!
Liebe Eltern, liebe Freunde des Lernbauernhofs,
so..., nun ist das Jahr 2018 eigentlich schon wieder rum. Es war ein sehr ereignisreiches Jahr für uns mit einem besonderen Höhepunkt im Oktober. Auf dem Hof hat sich vieles weiterentwickelt und im November konnten wir eine ganz besondere Auszeichnung stellvertretend für unser gesamtes Team entgegennehmen.
Mit Beginn der Weihnachtsferien haben wir Pause – erst Mitte Februar starten wir wieder mit unserem pädagogischen Programm. Die „freie“ Zeit nutzen wir für Liegengebliebenes und Zukunftsweisendes: Reparaturen und Instandhaltung, Jahresplanung, Rückblick, Evaluation und Ausblick, Anstoßen neuer Projekte und Bilanzieren laufender Projekte, Überarbeiten der Homepage, Weiterentwickeln unserer Konzepte und Programme usw. So zumindest der Plan.
Im Neuen Jahr sehen wir uns dann hoffentlich wieder mit neuem Elan, neuen Ideen und Plänen, aber wie immer mit Leidenschaft für das, was wir tun.
Falls Ihr kein Schreiben dieser Art wünscht, schickt uns bitte eine kurze Mail oder aber nutzt den Abmeldelink unten in der Mail – wir nehmen Euch dann sofort aus diesem Verteiler.
Wir bedanken uns ganz herzlich für Euer Vertrauen und Eure Treue und wünschen auch Euch eine schöne Advents- und Weihnachtszeit und einen guten Übergang in das Neue Jahr.
Mit herzlichen Grüßen vom vorweihnachtlichen Hof,
Elmar und Miriam für das gesamte Team vom Lernbauernhof.
Bauernhofpädagogik
Jahreskurs 2018
Die letzten Kurse für dieses Jahr laufen gerade und nur wenige Kinder mussten das Bauernhofjahr früher beenden. Die allermeisten haben acht bis neun Termine bei uns verbracht: Bei Sonne, Regen, Wind und Schneeregen. In jedem Fall ereignisreich. Einige Geschwisterkinder haben in einzelnen Kursen schon geschnuppert und möchten die "Großen" in 2019 zum Bauernhof begleiten.
Im September und Oktober haben wir geerntet und verarbeitet: aus Kartoffeln wurden bunte Pommes gemacht und verzehrt, aus Äpfeln Apfelsaft gepresst, aus Tomaten Tomatensauce eingekocht und aus Feldgemüse „Steinsuppe“ gekocht. In der Winterwerkstatt werden Filznadeln geschwungen und schöner Baumschmuck hergestellt und Vogelfutter-Anhänger gebastelt.
Leider konnte Jörg die letzten Termine „seiner“ Kurse nicht wahrnehmen, da er schon zum Urlaub in Brasilien weilt – aber zum Glück ist Nadia wieder da, um ihn würdig zu vertreten.
(Wie) geht es weiter?
Von einigen von Euch haben wir bereits gehört, dass Ihr gerne weitermachen möchtet. Das freut uns sehr! Andere haben bereits Freund und Freundin akquiriert.
Ihr findet hier eine Abfrage für das Interesse an einem Kurs in 2019. Bitte füllt das Formular - wenn Ihr schon sicher seid - bis zum Jahresende aus (31.12.2018).
Zeitgleich werde ich das Formular für die Eltern öffnen, die in diesem Herbst mit ihren Kindern geschnuppert haben.
Wenn Ihr noch Freunde und Bekannte habt, die Interesse zeigen: Bittet diese, sich schnell bei mir - mit Verweis auf Euch - per mail zu melden (nicht über das Formular). Dann werde ich ihnen Informationen zu Schnuppertagen im Februar zusenden.
Herbstferien 2018
Krankheitsbedingt mit Minimalbesetzung haben wir in der ersten Herbstferienwoche Kinder aus dem offenen Ganztag der Diesterwegschule bei uns auf dem Hof gehabt. Wir haben gemeinsam geerntet, gekocht, gemistet und kleine Holztrecker gebaut.
Zeltcamps 2018
Unsere Termine für die Ferienzeltcamps stehen. Erfahrungsgemäß sind sie recht schnell ausgebucht. Mehr Informationen zu den Zeltcamps, was man dann alles erleben kann und der Anmeldung findet Ihr hier.
Kindergärten 2018/2019
Seit den Sommerferien besuchen uns im Monatsrhythmus 13 Kita-Einrichtungen von FABIDO. Die Erlebnisse mit den Kindern und den ErzieherInnen sind ganz toll und werden vor allem von Nadia und Jörg geteilt, die die Kitagruppen zusammen mit unseren FÖJlern auf dem Hof begleiten.
Bildung für Nachhaltige Entwicklung und Qualitätssicherung
Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) bildet die Grundlage für unsere pädagogische Arbeit in allen Programmen – am 28.11.2018 wurde uns nun offiziell bescheinigt, dass wir diesbezüglich sehr gute Arbeit leisten.
Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung wurden wir als Lernort ausgezeichnet, der “in vorbildlicher Weise BNE umsetzt”. Miriam und Elmar und Henri (siehe weiter unten) haben sich auf den Weg ins alte Bonner Rathaus gemacht, um eine Urkunde (und riesige Fahne) stellvertretend für alle Menschen auf dem Hof in Empfang zu nehmen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Deutsche Unesco-Kommission zeichnen seit 2016 Lernorte, Netzwerke und Kommunen aus, die sich in ihrer Arbeitsweise vobildlich dem Konzept von BNE verschrieben haben.
Für uns bedeutet die Auszeichnung einen wichtigen Meilenstein für unsere Qualitätssicherung, an der wir verstärkt arbeiten.
Grundlage für die Auszeichnung bildet ein sehr umfangreicher Antrag, in dem wir beschreiben, in welcher Weise wir BNE in unseren Programmen, aber auch in unserem gesamtbetrieblichen Handeln umsetzen. Im Mai haben wir diesen von unserem kleinen Ferien-Appartement in Südfrankreich abgeschickt. (Bevor sich jetzt einige wundern: wir haben festgestellt, dass wir solche “Meta”-Arbeiten ganz wunderbar erledigen können, wenn wir nicht zu Hause auf dem Hof sind. So haben wir schon in Ferienwohnungen im Wendland, in einem Gasthaus auf dem Elbdeich mit Blick auf Wasser, Regen und Schafe und eben in besagtem Studio in Südfrankreich mit Blick aufs Mittelmeer an Anträgen, Homepagetexten u.Ä. gesessen. Können wir nur empfehlen.)
Mehr Informationen gibt es hier.
Hof und Acker
Tiere
Bei uns bzw. den Ziegen wohnen seit dem Spätsommer nun auch Ailean, Brenda, Clarah und Dorah. Vier neue Schafdamen erfreuen uns und haben "dicke Bande" mit unseren drei Skudden geschlossen. Leider lassen sie sich von diesen auch immer wieder anstiften, eher schüchtern zu sein. Aber jeden Tag wird es besser und die Stimmung mit den Ziegen ist sehr gut.
Aufgrund der lang anhaltenden Trockenheit konnten wir noch sehr lange die Pferde und die beiden Rinder auf der Weide lassen. Erst Ende Oktober haben wir diese geschlossen und dann recht zeitnah Mist als Dünger auf alle Weiden ausbringen lassen. Normalerweise machen wir das selber. Dieses Jahr aber war soviel auf dem Hof zu tun, dass wir das von einem befreundeten Berufskollegen haben machen lassen - mit modernerem Gerät und zeiteffizienter. Nun stehen Pferde und Kühe wieder auf ihren Winterpaddocks und werden über den Tag mit Heu und Silage versorgt.
Der Nachwuchs unserer Pfauendame Karline ist prächtig gediehen und kann aus nächster Nähe beobachtet werden. Die vier Jungtiere sind sehr wenig scheu. Noch ist immer nicht ganz klar, wer nun Henne und wer Hahn ist.
Eins ist aber sicher: Wir möchten nicht alle vier behalten. Wenn Ihr also jemanden kennt, der ein tolles Zuhause für einen oder mehr Pfaue bieten kann und interessiert ist: Bitte lasst uns das gerne wissen.
Umbau auf dem Hof
Der notwendige Umbau unserer Küche - damit diese zu Spitzenzeiten einschließlich Praktikanten bis zu 14 MitarbeiterInnen beherbergen kann - nähert sich dem Ende. Der Lehmoberputz wurde angebracht, mittlerweile ist mit Lehmfarbe gestrichen und der Fußboden verlegt. Fehlen nur noch Gäste-Klo, Vorratskammer, Küchenmöbel, Sanitärelemente, Elektrogeräte….. Zu Saisonbeginn im Februar sollten wir aber wirklich endlich mit allem fertig sein.
MitarbeiterInnen und PraktikantInnen
In den letzten Monaten wurden Eure Kinder von Jessi, Josi und Lukas, unseren (mittlerweile nicht mehr ganz so neuen) FÖJlern begleitet. Zudem hatten und haben wir Unterstützung durch die PraktikantInnen Radka, Laura und Julius (letzterer macht bis zu den Weihnachtsferien sein Sozialpraktikum von der Schule bei uns).
Veranstaltungen
Einige Veranstaltungen gab es im Spätsommer auf und um den Hof herum. Hier zwei Beispiele:
In Kooperation mit dem Projekt "nordwärts" haben wir Anfang Oktober gemeinsam Erntedank auf dem Bauernhof gefeiert. Wir haben im Garten und auf dem Acker geerntet und dann ein leckeres Mahl aus unseren gesammelten Köstlichkeiten zubereitet, den Hof und die Scheune geschmückt und lecker gegessen.
Zudem gab es Ende September Besuch von ca. 25 Landfrauen aus ganz NRW, die im Rahmen einer Exkursion, organisiert über die Landwirtschaftskammer, drei Betriebe in Dortmund besichtigt haben.
Hier war vor allem Miriam sehr aufgeregt, denn es geht hier immerhin um Frauen vom Fach, die häufig selber seit Jahrzehnten landwirtschaftliche Betriebe leiten. Und die Zunft der Bauern wird schon gelegentlich ihrem Ruf als dickschädelig und wenig (selbst)kritikfreudig gerecht, wie wir schon bei diversen Veranstaltungen feststellen durften.
Beim anschließenden Mittagessen wurden dann im Gespräch mit z.B. Schweinezüchterinnen durchaus auch Differenzen sichtbar (“Die Tierschützer sind schuld, wenn es in fünf Jahren keine deutsche Tierproduktion gibt.”).
Dabei möchten wir tatsächlich nicht Grabenkämpfe zwischen guten Biobauern und schlechten konventionellen Bauern unterstützen und können auch die Zwänge, unter denen gerade kleinere bäuerliche Betriebe stehen, gut nachvollziehen.
Es gab viele interessierte und fachkundige Nachfragen von den Frauen, unter anderem auch zur Wirtschaftlichkeit, zur Größe eines ganzen Anteils, zur Zahl der Mitarbeitenden, Versicherungsfragen, ob Mitarbeit verpflichtend ist und und und. Und ja, es gab auch welche, die selber überlegen, auf Solidarische Landwirtschaft “umzusteigen”.
Wetter, Wiesen, Acker und Gemüse
Seit einigen Tagen ist es nun nass geworden. In vielen Regionen reicht der Niederschlag immer noch nicht aus, um die natürlichen Grundwasserreserven wieder zu füllen. Wie bereits im letzten Hofbrief geschrieben, haben wir - bis auf eine angespannte Situation im Bezug auf Heu - die Trockenheit gut überstanden. Unsere lehmigen Böden haben Feuchtigkeit gut speichern können. Wir hatten und haben ein wunderbares Gemüsejahr. Ca. 6 Tonnen Kartoffeln konnten wir ernten. Lediglich einige Obstbäume sind sehr wahrscheinlich aufgrund der Trockenheit eingegangen.
Solawi: Wirtschaftsjahr 2019
Am 12.10.2018 haben etwa 180 Haushalte für insgesamt 110 Gemüseanteile "geboten" und unterstützen so unsere Form der Landwirtschaft für ein weiteres Jahr - und bekommen dann natürlich auch wöchentlich Gemüse vom Hof.
Am 01.01.2019 gehen wir auf dem Hof mit der Solawi in das sechste Jahr - erst in Form eines Vereins, seit 2017 als separater Betriebszweig des Hofes. Viele Dinge haben sich mittlerweile eingespielt, wir verfügen über mehr Infrastruktur und haben eine geringe Fluktuation unserer Mitglieder. Wir sind uns immer sicherer, dass wir mit dieser Form der Landwirtschaft die für uns passende Form gefunden haben.
Wenn Ihr hierzu Fragen habt oder auch einen Gemüseanteil erwerben möchtet, dann schaut bitte hier nach weiteren Informationen. Im Moment sind wir zwar "voll", führen aber eine Warteliste.
Nachwuchs
Das Beste kommt zum Schluss!
Seit dem 08.10.2018 sind Miriam und Elmar ganz stolze und glückliche Eltern von Henri.
Der kleine Mensch ist seit knapp zwei Monaten dabei, unser Leben gut durcheinanderzuwirbeln. Das ist - keiner weiß es besser als Ihr - auch der Grund dafür, dass wir mit einigen Dingen ein bisschen hinterher hängen.
Das soll es nun aber gewesen sein. Wir wünschen Euch ruhige Weihnachtstage und einen guten Übergang ins Jahr 2019.
Vielen Dank fürs Lesen und Teilhaben.