Hofbrief 2018_02
Herzlich Willkommen zum zweiten Rundbrief des Lernbauernhof Schulte-Tigges
Liebe Eltern, liebe Freunde des Lernbauernhofs,
mit diesem Schreiben erreicht Euch unser zweiter Hofbrief 2018. Eigentlich sollte das schon vor vielen Wochen geschehen - aber wie das so ist... Und dieser Brief hier sollte auch kürzer werden... Naja.
Wir möchten Euch - wie im ersten Schreiben schon erwähnt - mit unserem Hofbrief kurze Einblicke in die Entwicklungen rund um den Hof geben. Gerade wenn viel zu tun ist, schaffen wir es nicht immer, ein persönliches Gespräch mit Euch zu führen. Hier wollen wir mit diesem Brief ansetzen und Euch am Leben und Arbeiten auf dem Hof, auf dem Eure Kinder z.T. viele Stunden im Jahr verbringen, teilhaben lassen.
Falls Ihr kein Schreiben dieser Art wünscht, schickt uns bitte eine kurze Mail oder aber nutzt den Abmeldelink unten in der Mail – wir nehmen Euch dann sofort aus diesem Verteiler.
Mit herzlichen Grüßen vom mittlerweile vorherbstlichen Hof,
Elmar und Miriam für das gesamte Team vom Lernbauernhof.
Bauernhofpädagogik
Jahreskurs 2018
Die ersten Termine der Jahreskurse liefen bis zu den Sommerferien weitestgehend problemlos und die Gruppen wuchsen zusammen. Immer wieder kommt es vor, dass einige Kinder (vor allem in jungen Jahren) doch nicht mehr auf dem Bauernhof bleiben möchten. Leider können wir da manchmal trotz Überredungskünsten nicht viel machen. Die meisten aber sind bei uns nach wie vor sehr glücklich und freuen sich auf die Termine. Knapp 200 Kinder haben im Rahmen der diesjährigen Jahreskurse monatlich Anteil an allen Arbeiten rund um den Bauernhof.
Thematisch ging es im Mai, Juni, Juli unter anderem um das Kartoffeln pflanzen und das Pflanzen generell. Zufälligerweise gab es Kurse, die zeitlich mit der Heuernte zusammen gefallen sind, so dass wir uns die Ballenpresse in Aktion ansehen konnten und fleißig beim Abladen geholfen werden konnte. Andere Gruppen haben Gemüsesuppen gekocht, Wildkräutersalze hergestellt oder andere schöne Dinge getan.
Nun gerade liefern sich hinsichtlich der Dringlichkeit Kartoffeln ernten und in Form von leckeren Pommes direkt verzehren und Äpfel ernten und zu Apfelsaft pressen als bestimmende Spätsommerthemen ein Wettrennen. Einige Gruppen starten mit dem Einen, andere mit dem Anderen und wenn alles gut geht, das Wetter gut ist und die Termine günstig liegen, machen die meisten Gruppen beides.
Nach den Sommerferien haben sich personell einige Dinge geändert (mehr dazu weiter unten). Hier noch einmal ein aktueller Überblick über die Kurskonstellationen mit Berücksichtigung der Änderungen:
Jahreskurs 1 (Montag): Kristin
Jahreskurs 2 (Dienstag): Julia
Jahreskurs 3 (Mittwoch): Jörg
Jahreskurs 4 (Donnerstag): Johanna
Jahreskurs 5 (Freitag) Katharina
Jahreskurs 6 (Sonntag morgen): Nadia
Jahreskurs 7 (Sonntag Nachmittag): Nadia
Jahreskurs 8 (Dienstag): Kristin
Jahreskurs 9 (Mittwoch): Julia
Jahreskurs 10 (Donnerstag): Kristin
Jahreskurs 11 (Sonntag morgen): Johanna
Jahreskurs 12 (Sonntag Nachmittag): Johanna
Jahreskurs 13 (Donnerstag): Kristin
Jahreskurs 14 (Mittwoch): Julia
Jahreskurs 15 (Montag): Jörg
Jahreskurs 16 (Dienstag): Kristin
Jahreskurs 17 (Freitag): Katharina
Wenn Kurstermine nicht wahrgenommen werden können
In diesem Jahr gibt es sehr viele Fehlzeiten (Kurstermin vergessen, krank, Oma hat Geburtstag, Urlaub, etc.). Von einigen erfahren wir im Vorfeld, von anderen nur, wenn die Kinder nicht da sind. Das macht den Aufwand für uns, Nachholtermine zu finden, umso schwerer. Ab einem gewissen Punkt ist hier eine individuelle Bearbeitung nicht mehr leistbar, und wir werden dieses Verfahren für das kommende Jahr überdenken müssen. Das bedeutet, dass wir in Einzelfällen keine Nachholtermine anbieten können – wir bitten hier um Nachsicht.
Kursgebühr
Recht viele von Euch haben die Kursgebühr noch nicht überwiesen. Ich würde Euch freundlich bitten das recht bald nachzuholen. Vielen Dank dafür.
(Wie) geht es weiter?
Einige Eltern haben uns angesprochen und gefragt, wie es in 2019 mit den Kursen weitergehen wird. Es wird in den kommenden Wochen und Monaten eine Abfrage geben, mit der wir unverbindlich ein Gefühl dafür bekommen möchten, wer sich von Euch vorstellen kann, dass Eure Kinder ein weiteres Jahr bei uns auf dem Hof verbringen. Die Schnupperkurse im Herbst sind bereits mit 60 Kindern übervoll und nicht alle konnten berücksichtigt werden. Wie immer haben die Kinder, die bereits an Kursen teilnehmen, Vorrang vor den Neuen.
Kurshandy
An dieser Stelle noch einmal der Hinweis zum Kurshandy, auf dem Ihr per sms oder Anruf spontan absagen könnt oder aber eine mögliche Verspätung melden. Das Telefon ist immer bei den jeweiligen LeiterInnen des Kurses.
Die Nummer lautet: 01525-3545589
Wenn ihr mit Vorlauf wisst, dass Eure Kinder nicht kommen können, meldet das bitte weiterhin per email an Elmar, damit wir versuchen können, die Termine mit anderen Kindern nach zu besetzen.
Zeltcamps 2018
Ferienzeit heißt für uns Zeltcamp-Zeit – und das macht eine Menge Spaß, aber ist auch sehr anstrengend (vor allem bei insgesamt 5 Camps im Jahr)! Ca. 20 Kinder verbringen dann jeweils vier bis sieben Tage rund um die Uhr mit uns auf dem Bauernhof und arbeiten, kochen, essen gemeinsam mit uns. Dank unserer tollen Camp-Teams, bestehend i.d.R. aus aktuellen und ehemaligen MitarbeiterInnen, können wir jeweils tolle Programme auf die Beine stellen.
Dabei stehen unterschiedliche Dinge im Mittelpunkt: mal begeben wir uns als Entdecker in den Wald, die Wiesen und Gewässer in unmittelbarer Umgebung des Hofes (beim Umwelt-Agenten-Camp z.B.), mal arbeiten wir vorwiegend handwerklich an gemeinsamen „Baustellen“ und Konstruktionen (die neue große Heuraufe im Ziegen-Auslauf ist eines der tollen Ergebnisse in diesem Jahr!).
Daneben kochen wir, häufig direkt die selbst geernteten Lebensmittel, und auch der Spaß und die Freizeit kommen nicht zu kurz: mit erlebnispädagogischen Teamspielen, verschiedenen kreativen Workshop-Angeboten, Vorleseabenden auf dem Strohboden…
Ein paar Eindrücke der diesjährigen Camps findet Ihr hier.
Kindergärten 2018/2019
Nachdem wir bereits seit einigen Jahren in Kooperation mit FABIDO als größtem Träger von Kindergärten in Dortmund auch monatliche Termine mit einigen KiTa-Gruppen durchgeführt hatten, wurde diese Kooperation ab den Sommerferien auf 13 Gruppen ausgeweitet. Anders als bei vielen Kitas, die nur einen einmaligen Ausflug zum Bauernhof machen, kommen nun seit September an den Vormittagen bis zu 20 Kinder aus je 13 Kita-Einrichtungen in Dortmund im Monatsrhythmus. Das ist wunderschön und die Erlebnisse ganz großartig. Denn wir glauben daran, dass gerade der regelmäßige monatliche Besuch bei uns den Kindern im Rahmen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung so viel mehr mitgeben kann, als einmalige Besuche.
Damit sind wir nun aber auch pickepacke voll: Jeden Monat haben wir Besuch von mindestens 13 Einrichtungen an den Vormittagen und unter anderem den Kindern aus den 17 Jahreskursen nachmittags.
Bildung für Nachhaltige Entwicklung und Qualitätssicherung
Es ist uns ein großes Anliegen, dass wir die Kinder, die zu uns kommen, nicht nur „bespaßen“, sondern ihnen im Rahmen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) etwas mitgeben: vielfältige Kompetenzen aber auch Wissen mit dem Ziel, selber zu kleinen BotschafterInnen der Nachhaltigkeit zu werden. Dafür müssen wir uns im gesamten Team ständig reflektieren und weiterentwickeln. Hierzu gehören neben einer sorgfältigen Mitarbeiterauswahl und -einarbeitung auch eine routinemäßige Kursevaluation nach jedem Termin, die Möglichkeit zu und Förderung von Fortbildungen sowie gemeinsame Programm- und Evaluations-Workshops im gesamten Team. Nur so können wir langfristig die Qualität unserer Bildungsprogramme sicherstellen.
Darüber hinaus bemühen wir uns um eine Auszeichnung als außerschulischer Lernort für Bildung für Nachhaltige Entwicklung auf nationaler und Landes-Ebene. Auch diese dienen – neben dem unbestreitbaren öffentlichkeitswirksamen Effekt – vor allem der eigenen Reflektion, Weiterentwicklung und langfristigen Qualitätssicherung.
Gerade als kleiner Anbieter im großen Feld der Bildungsanbieter für Kinder und Jugendliche ist das mit einem sehr hohen Aufwand neben der täglichen Alltagsarbeit verbunden – aber es ist und bleibt unser Anspruch, dass wir das, was wir mit voller Überzeugung und Leidenschaft tun, auch in einer hohen Qualität tun – damit Ihr weiterhin Eure Kinder bei uns auf dem Hof in guten Händen wisst.
Hof und Acker
Tiere
Die Milchschafe Lotte, Elli und Erna haben uns verlassen und leben nun bei Düsseldorf auf den Rheindeichen. Wir werden zum Ende September hin jedoch drei neue Schafe aufnehmen. Es handelt sich um Ailean, Brenda, Clarah und Dorah, drei Texel-Schafe und ein Rhön-/Milchschafmix.
Im letzten Jahr haben wir - auch das unter anderem mit Jahreskursen - zwei Wiesen eingezäunt. Diese werden nun endlich seit einigen Tagen genutzt, um den Pferden länger eine Futtergrundlage zu ermöglichen. In Anbetracht der Heu-Knappheit (weiter unten) ist es wichtig, dass wir nicht schon an unsere Wintervorräte gehen, sondern die Tiere noch dieses Jahr soviel Gras wie möglich fressen können.
Am spannendsten ist jedoch, dass wir wieder Nachwuchs haben: Karline, unsere Pfauendame ist seit August sehr glücklich, weil sie vier gesunde Pfauenküken großziehen darf, die sehr niedlich jeden Tag neue Ecken vom Hof erkunden. Erstmals haben wir darunter ein helles Küken – hier sind wir sehr gespannt, wie sich dieses weiterentwickeln wird.
Umbau auf dem Hof
Immer noch wandern alter Lehm, Ziegel und Co. aus unserer Küchenbaustelle auf den Hof und neues Material ins Haus hinein. Seit einigen Wochen steht nun vor der Deele auch eine Misch- und Lehmputzmaschine, mit deren Hilfe wir nun Lehm an die Wände bekommen. Die Baustelle wird uns noch bis weit in den Herbst hinein begleiten. Der Umbau ist jedoch angesichts gestiegener „Teamstärke“ auf dem Hof dringend notwendig – sitzen wir doch teilweise mit 14 Personen gemeinsam am Mittagstisch. Dann wird es auch endlich ein Gästebad geben!
Alte/Neue MitarbeiterInnen und PraktikantInnen
Im letzten Brief hatten wir davon berichtet, dass wir gerade nach neuen KandidatInnen für das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) geschaut haben. Das neue Bildungsjahr hat nun ab August begonnen und das bedeutet konkret:
Freya, Michelle und Pascal sind nun nicht mehr auf dem Hof. Stattdessen begleiten uns und Eure Kinder nun Jessi, Josi und Lukas, die drei neuen FÖJler, mit denen wir sehr, sehr glücklich und zufrieden sind.
Zudem freuen wir uns sehr, dass nun unsere langjährige Mitarbeiterin und Familienmitglied Nadia aus der Elternzeit zurück ist. Sie hat einige Jahreskurse und vor allem Kindergartengruppen übernommen und verstärkt unser Team an allen Ecken und Enden. Ihr erkennt sie daran, dass sie nie alleine ist, sondern in der Regel den 6-monatigen Jannes immer dabei hat.
Darüber hinaus haben wir immer wieder Praktikantinnen und Praktikanten, die in der Regel mehrwöchige Berufserfahrungen und Einblicke bei uns erhalten. Wundert Euch daher nicht, wenn zwischendurch immer mal wieder Euch unbekannte Gesichter auftauchen. Zum Praktikum gehört in der Regel auch die Begleitung der pädagogischen Programme – je nach Alter und Kenntnissen reicht das von reinem „Nebenherlaufen“ bis hin zur aktiven Unterstützung der Kursleitungen. Zwischen Mai und September waren es nun acht! Von einem Tag bis drei Wochen.
Wetter, Wiesen, Acker und Gemüse
Nach dem recht nassen Winter und kalten Frühjahr drehte das Wetter dann ja bekanntlich diesen Sommer auf. Es folgte eine sehr lange heiße und niederschlagsarme Periode, die auch der Landwirtschaft teilweise große Probleme bereitet hat.
Glücklicherweise haben wir sehr gute lehmige Böden. Damit haben wir in diesem Sommer Glück, da wir nicht so stark unter der Trockenheit und Hitze leidern mussten, wie viele andere Landwirte kreuz und quer durch die Republik. Der Gemüsebau für die Solawi hat sehr gut funktioniert und auch im Austausch mit anderen Gemüsebauern zeigt sich: Bei uns lief vieles sehr, sehr gut.
Schwieriger ist die Situation hinsichtlich der Futtergrundlage für den Winter. Wir haben mit ca. 2.600 Kleinballen Heu immer noch nicht genug Winterfutter. Vor wenigen Tagen haben wir ein Experiment gewagt: Wir haben den Drusch (das, was aus dem Mähdrescher hinten rauskommt und in der Regel zu Strohballen gepresst wird) von Rotklee (der zur Saatgutvermehrung angebaut wurde) in Heuballen gepresst. Wir schauen mal, welche Tiere das im Winter am liebsten essen. Zudem haben wir - weil einmal das Wetter beim Heuen nicht so konstant war, wie gedacht - außerdem Heulage wickeln lassen.
Und damit wir besser mit den Reserven über den Winter kommen, stehen die Pferde nun auf der bereits erwähnten im letzten Jahr eingezäunten Wiese, um sich möglichst lange mit frischem Gras satt essen zu können.
Solawi: Wirtschaftsjahr 2018
Wie erwähnt läuft die Gemüseproduktion in diesem Jahr sehr gut. Ca. 160 Haushalte in und um Dortmund freuen sich seit Februar jede Woche über prall gefüllte Gemüsekisten aus unserer Deele. Nun kommen viele Kartoffeln hinzu. Im Gegenzug finanzieren diese Menschen uns den Gemüseanbau durch ihre monatlichen Beiträge.
Ab dem 01.01.2019 wird es einen neuen Zusammenschluss zwischen den Verbrauchenden und uns als Erzeugern geben. Wieder werden wir insgesamt ca. 100 (ganze) Gemüseanteile vergeben können.
Am 12.10.2018 findet hierzu wie jedes Jahr die Bieterrunde statt: An diesem Tag stellen wir unsere Kalkulation vor - einschließlich benötigtem monatlichem Durchschnittswert - und alle Interessierten verpflichten sich dann per Unterschrift, diese Form der Landwirtschaft für ein Wirtschaftsjahr zu unterstützen - und später auch das Gemüse abzunehmen.
Wenn Ihr hierzu Fragen habt oder auch einen Gemüseanteil erwerben möchtet, dann schaut bitte hier nach weiteren Informationen.
Wer darüber hinaus mehr wissen möchte, kann gerne - nach Anmeldung - zu einem der folgenden Info-Termine kommen:
04.10. um 18:30 - 19:30
07.10. um 11:00 - 12:00
12.10. um 17:30 - 18:30 (vor der Bieterunde)
Hier wird noch einmal ganz praktisch im Vorfeld erklärt, warum Solidarische Landwirtschaft so wunderbar ist, wie das alles funktioniert und wie Ihr mitmachen könnt.
Aktueller Hinweis und Einladung
In Kooperation mit dem Projekt "nordwärts" feiern wir gemeinsam Erntedank auf dem Bauernhof – Programm für Familien mit Kindern.
Gemeinsam gehen wir durch den Garten und über das Feld und ernten, was der Acker hergibt. Dabei lernen wir vielleicht auch manch bisher unbekannte Gemüsesorten und Wildkräuter kennen.
Anschließend bereiten wir ein leckeres Mahl aus unseren gesammelten Köstlichkeiten und schmücken die Scheune festlich. Zum Abschluss bedanken wir uns für die reiche Ernte dieses Jahr und essen gemeinsam in der geschmückten Scheune.
Wann: am 06.10.2018 von 14:00 bis 17:00 Uhr
Wenn Ihr mit uns ernten und essen möchtet, meldet Euch bitte per E-Mail an und sagt uns, mit wie vielen Erwachsenen und Kindern Ihr teilnehmen möchtet.
Anmeldeschluss ist der 30.09.2018, maximale Teilnehmerzahl 50. Der Unkostenbeitrag beläuft sich auf 5 Euro pro Erwachsener.
Das soll es nun aber gewesen sein. Wir wünschen Euch einen wunderbaren Herbst.
Vielen Dank fürs Lesen und Teilhaben.